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an die Robinsonklippe hat sie nicht vergessen.

„Ohne Tauende, Mr. Olaf, – was soll man da tun?! Mag sie uns begleiten.“

Der bedeckte Himmel gibt nicht einen Stern frei. Die Dunkelheit ist so lastend, daß wir Schritt für Schritt den Weg suchen müssen, – ich voran, hinter mir Kosima, Pi als Nachtrab. So schlichen wir zu jener Lichtung, nur das Wetterleuchten spendet für Sekunden fahle Helle, und ich erkenne rechtzeitig vor der Felsspalte zwei hockende Gestalten, die Büchsen über den Schenkeln: Wächter!

Wir liegen im Gestrüpp und warten. Wenn Cuba so reich an Giftschlangen wäre wie Yucatan, würde dieses Warten auf Ablösung der Posten höchst ungemütlich gewesen sein. Die große Insel kennt kaum ein giftiges Reptil. Was hier an Schlangen vorhanden, und es gibt Arten bis zu fünf Meter Länge, wird nur durch die Muskelkraft des Leibes gefährlich. Pi hat schon verschiedene aufgespießt, abgehäutet und die Haut präpariert.

Die Zeit schleicht. Die Nerven prickeln … Die Gewitterschwüle badet den Körper in klebrigen Schweiß. Kosima atmet schwer … Pi lutscht an seinem Priem und beehrt geräuschlos die Gräser mit Tunke.

Die Zeit schleicht …

Endlich!!

Aus der Felsspalte fällt Lichtschein, wir hören flüstern, – der Lichtschein verschwindet, zwei andere Wächter schlendern eine Weile umher und …

„Rasch – – mir nach!!“

Sie sind keine zehn Schritt entfernt, aber die Finsternis lagert wie schwarze Schleier über der

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Bergwerk der Abgeschiedenen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1931, Seite 129. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Bergwerk_der_Abgeschiedenen.pdf/129&oldid=3176204 (Version vom 30.6.2018)