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Möbeln, führte uns durch eine Tempelhalle, in der neben dem Hauptbilde des Indra auch die Statue Brahmas thronte, – – immer tiefer hinab – hinein in die Stollen mit Geröll, mit feinstem Steingrus, an die Quelle des Goldes.

Der Ingenieur in mir überwog jetzt den Abenteurer.

Ich sah die Wasserleitungsröhren, die Waschzober mit den Drahtnetzen, die Pumpen, die Motoren, – – all das Vielerlei, das dem Schoße des Urgesteins das Edelmetall entzogen hatte zur großen Aufgabe, zur Befreiung von Millionen, Abermillionen …

Und ein bitteres Gefühl stieg in mir hoch.

Hatte all diese Arbeit, all diese Selbstentäußerung, dieses Leben im Innern der Erde, etwas genützt?!

Nichts!

Indien, unermeßliches Land von Hunderten von Millionen von Menschen, war heute wie einst Kolonie des Inselvolkes.

Würde es bleiben …

Ich kannte auch die indischen Verhältnisse.

Das war dort kein einiges Volk, beseelt von einem einzigen Freiheitswillen, – das waren Millionen, in Parteien zerrissen, zerrissen durch den Fanatismus ihres Glaubens, – hier Mohammedaner, hier Hindu, durch Haß geschieden, weil keiner den Gott des anderen anerkennen will, – da sind die unzähligen anderen Bekenntnisse: Parsen, Buddhisten, Halbchristen, Namenschristen …

War es nicht schon bei dem Aufstand, den Nena Sahib anfachte, genau dieses selbe klägliche Spiel?! Hatten nicht damals schon die einheimischen Fürsten feige versagt, hatte nicht die Diplomatie

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Bergwerk der Abgeschiedenen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1931, Seite 156. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Bergwerk_der_Abgeschiedenen.pdf/156&oldid=3176266 (Version vom 30.6.2018)