Seite:Das Bergwerk der Abgeschiedenen.pdf/41

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mehr aus Spielerei ausgeklügelt und mir beigebracht hatte.

(Kosimos Erzählung, in so vielen Punkten bei näherer Prüfung höchst unglaubwürdig, erreichte mit dieser „Geheimschrift“ den Gipfel der Unwahrscheinlichkeit. Wenn schon die Freundschaft zwischen einem Mulattenjungen und einem reichen Engländer äußerst zweifelhaft erscheinen mußte, so war diese Behauptung Kosimos von einer Chiffreschrift, die Leslie ihn gelehrt habe, bestimmt eine grobe Lüge).

Ich konnte mithin den Zettel unschwer lesen, und sein Inhalt setzte mich in solche Bestürzung, daß ich stundenlang wie betäubt am Strande hockte und meine jagenden Gedanken zu klären suchte.

Der Inhalt lautete:

Ich, Leslie Wodston, Sohn des englischen Konsuls in Merida, Nordyucatan, habe mit meiner Jacht weit westlich von Habana im Golf von Mexiko Schiffbruch erlitten. Die Seekarten verzeichnen dort dicht über dem Wendekreis des Krebses eine Untiefe, die bei Ebbe in Gestalt von Riffelder sichtbar wird. Während eines heftigen Gewitterregens lief die Jacht auf die westlichen Riffe auf, zerschellte in der starken Brandung, und mir allein gelang es, an einem Wrackteil geklammert mich einen Tag über Wasser zu halten. Dann verlor ich das Bewußtsein. Ich fand mich nach langem Krankenlager in einer Höhle wieder, die als Kerker eingerichtet war. Erst nach einem Monat vermochte ich mein Krankenbett, bis dahin von einem völlig schweigsamen Manne bedient, zu verlassen und werde nun nach abermals einem Monat diese Hülse mitsamt dieser
Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Bergwerk der Abgeschiedenen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1931, Seite 41. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Bergwerk_der_Abgeschiedenen.pdf/41&oldid=3176285 (Version vom 30.6.2018)