Seite:Das Bergwerk der Abgeschiedenen.pdf/53

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

von Stein, auf dem einer Menschentragödie letzter Akt in meiner Gegenwart versöhnend verklungen.

Als wir das große Boot flott machten und das kleine in Schlepptau nahmen, saß Mr. Black auf der Terrasse[1] und jagte Milben im eigenen Gefieder.

„Lebe wohl, Freund Black!!“

Der Wind füllte das Segel, und das Boot glitt davon, der südlichen Ausfahrt zu.

Plötzlich schien Black mit dem überfeinen Instinkt jener Tiere, die an menschliche Gesellschaft gewöhnt sind, sein Schicksal zu ahnen. Er hüpfte bis zum Terrassenrand, breitete die gestutzten Schwingen aus und schwang sich schwerfällig in die Lüfte.

Kosimo schrie leise auf, denn Black mußte mit seinem halben Gleitflug weit hinter uns im Wasser landen, wo die scheußlichen Hammerhaie ihre hellen, matt leuchtenden Leiber im wilden Spiel durch die Flut trieben.

Der Mulatte rief befehlend: „Wenden, Abelsen, – – wenden!“

Ich riß das Steuer herum. Black durfte so nicht sterben.

Und doch war es zu spät …

Wäre zu spät gewesen, wenn Kosimo nicht in voller Kleidung, zwischen den Zähnen mein langes Jagdmesser, in elegantem Hechtsprung über Bord geschossen und Black gepackt hätte.

Pi sah den Hai, – Pi feuerte rechtzeitig, und die Bestie verschwand.

Wir zogen Kosimo und den wütend schimpfenden Black ins Boot, worauf der Mulatte eiligst vorn in der Notkabine verschwand, die er für sich belegt hatte.

  1. Vorlage: Terasse
Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Bergwerk der Abgeschiedenen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1931, Seite 53. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Bergwerk_der_Abgeschiedenen.pdf/53&oldid=3176297 (Version vom 30.6.2018)