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fand Passage auf einem Tabakfrachter, – – und hier bin ich …“

Die Tänzerin lachte gurrend.

„Wollen Sie viel Geld verdienen?“

„Immer! Aber möglichst ohne Blut, Dolores. Vorläufig möchte ich brav bleiben.“

Ein umgekipptes Boot am Strande wird unsere Ruhebank. Der Mond steht schräg über uns, die Bucht glitzert, der Urwald duftet, und fernher erklingt ein Schifferklavier und gröhlender Gesang und Zupfgeigenklänge.

Die Tänzerin hat das eine Knie hochgezogen, die Hände darunter verschlungen und überlegt.

„Heißen Sie wirklich Karlsen?“, überfällt sie mich.

„Nein, keine Spur …“

Ich passe mich dem Rande der Zivilisation an und lasse die Hochstaplerallüren fallen.

„Was beabsichtigen Sie eigentlich mit mir, Dolores?!“ In meiner Hand blinkte plötzlich die Pistole. „Ich schieße zu sicher, um mich etwa hier von einem Ihrer Freunde ausplündern zu lassen, meine Ohren sind die eines Jaguars, und meine Augen die eines Katers … – Also?!“

Sie schielt aus den Augenwinkeln nach der Waffe.

„Würden Sie …“ – sie zaudert – „würden Sie einen ganz großen Schlag wagen, Karlsen?“

„Hm … Große Schläge ohne Knallerei sind kaum möglich … Trotzdem, wenn es sich wirklich lohnt …“

„Es lohnt …“ Sie gerät in Eifer … „Ich habe es satt, mich mit Brocken abspeisen zu lassen! Sie sind auch als Seemann bewandert, – – ich brauche einen Chef für eine Expedition, die …“

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Bergwerk der Abgeschiedenen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1931, Seite 66. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Bergwerk_der_Abgeschiedenen.pdf/66&oldid=3176310 (Version vom 30.6.2018)