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mit jungfräulich knospender Brust, ihre Haut war nur bis zu den prallen Brüsten tiefbraun gefärbt, und hiermit hatte auch ihr Gesichtsschnitt, der nichts Negroides aufwies, seine Erklärung gefunden.

Minuten starrte ich sie an wie ein Gespenst, diese Entdeckung war zu plötzlich gekommen, und ich ärgerte mich im Grunde, daß der alte Pi offenbar schärfere Augen für weibliche Linien gehabt hatte.

Kosimas Herz schlug schwach, aber regelmäßig. Wenn sich bei ihr keine Lähmungserscheinungen zeigten, mußte sie in kurzem wieder wohlauf sein.

Nach diesem folgenreichen Kugelblitz schien auch die Kraft des Unwetters gebrochen zu sein. Der Regen ließ nach, und mit jener Plötzlichkeit, die in den Tropen noch stärker in die Erscheinung tritt, zogen die finsteren Wolkenmassen davon, gaben die sinkende Sonne frei und verwandelten das erregte Meer in ein köstliches Gemälde, auf dem die Schaumkronen der Wogen wie rosige, wehende Schleier leuchteten und die Wellenberge rot betupft waren, während in den Tälern des aufgepeitschten Ozeans ein tiefes Lila die berückende Farbenorgie vermehrte.

Ich schenkte alldem nur einen flüchtigen Blick, als ich eilends eine Flasche Whisky hervorsuchte und dann noch hastiger Kosima Brust und Herz kräftig einrieb und ihr auch einen Schluck des belebenden Alkohols einflößte.

Kaum spürte ich die ersten Anzeichen, daß sie wieder zu sich kam, als ich ihr auch schon Hemd und Jacke in Ordnung brachte.

Sie öffnete die dunklen Sammetaugen, setzte

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Bergwerk der Abgeschiedenen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1931, Seite 84. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Bergwerk_der_Abgeschiedenen.pdf/84&oldid=3176354 (Version vom 30.6.2018)