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eingeflößt, und als der Mond um Mitternacht hinter den abziehenden Wolkenbergen auftauchte und der Ozean mit Silberfischchen bestreut schien, sichtete ich mit dem Fernrohr im Westen eine mäßig starke Brandung und eine Reihe von dunklen Flecken, die nur die vielgenannten „Schlafenden Wale“ sein konnten.

Pi hockte neben mir und schnarchte im Sitzen. Was diese lebende Mumie an Strapazen vertrug, war einfach verblüffend. Ein Sportler aus den Kulturstätten jener Welt, die nicht meine Welt ist, hätte nach all den Anstrengungen der letzten zwei Tage glatt versagt. Pi schlief, aber er schlief nur halb, und als ich vorsichtig den Kompaß beleuchtete, wurde er sofort wach.

„He, was gibt es?!“

„Die Wale, glaube ich …“

Er fuhr hoch, nahm das Fernglas und äugte hinüber.

Auch mit bloßem Auge konnte man erkennen, daß diese sehr niedrigen Riffe eine weite Fläche bedeckten, deren Breite von Nord nach Süd mindestens drei Meilen betrug. Nach den Seekarten (alle bessere Atlanten verzeichnen die Ausdehnung Wendekreis des Krebses) mußte die Ausdehnung von Ost nach West noch größer sein.

Die Bezeichnung „Schlafende Wale“ hatte, wie wir dann im Mondlicht aus der Nähe feststellten, durchaus ihre Berechtigung.

Es war jetzt Ebbe, die Zeit des niedrigsten Wasserstandes, und wenn die Gezeiten, Ebbe und Flut, sich im Golf von Mexiko aus noch ungekannten Ursachen weniger bemerkbar machen, als der Golf bei seiner ungeheueren Größe vermuten läßt (der größte Unterschied zwischen tiefstem und

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Max Schraut: Das Bergwerk der Abgeschiedenen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1931, Seite 91. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Bergwerk_der_Abgeschiedenen.pdf/91&oldid=3176361 (Version vom 30.6.2018)