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sagte Coy nachdenklich. „Was brauchen Höhle und Notausgang, he?! Ich das nicht verstehen.“

„Ich auch nicht, mein lieber Säufer Coy,“ nickte Joachim achselzuckend. „Kommt Zeit, kommt Rat … – Aber nun dürfte der Anden-Tornado wohl ausjetobt haben. Ich jedenfalls steije eine Etage höher, um mal zu sehen, was aus unserer Villa jeworden is.“

Auch diesmal gelang ihm der Ton eines Mannes, der sein Sach’ auf nichts gestellt, gründlich vorbei. Immer mehr befestigte sich in mir die Überzeugung, daß Näsler tatsächlich für die Frau, die er zu hassen und zu verachten vorgab, die ernstesten Befürchtungen hegte.

Allan wurde leise und sanft auf Coys Lederjacke gelegt. Der Araukaner gab sie freiwillig her. „Mir sehr heiß,“ meinte er gutmütig grinsend. Diese Hitze nach den drei Bechern Wurmmittel war weiter kein Wunder. – Wir drei Männer kletterten nach oben. Joachim verlangte den Vortritt, stieg auf Coys Schultern und zog dann diesen und mich in die Stube empor. – Stube? Haus? – Ach nein, von beiden war so gut wie nichts mehr übrig. Die Stube vier Mauerreste, angefüllt mit Baumkronen – ein wüstes Chaos von Ästen, Zweigen, Steinen, Brettern, Balkenstücken. Coys Laterne beleuchtete dieses Feld der Verwüstung. Ich traute meinen Augen nicht: drei dicke Buchenstämme waren in unseren Salon hineingeweht worden! Und aus diesem undurchdringlichen Gewirr von Baumteilen erscholl klägliches Blöken, während über uns, wo auch nicht mehr die Spur von Dach vorhanden, so recht friedlich und freundlich Vater Mond und seine Flimmerschäfchen glänzten. Der

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Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 116. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/116&oldid=- (Version vom 30.6.2018)