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zu dem die rätselhafte Persönlichkeit meines Kameraden Boche Boche (Gerhard Dorner) ein alltägliches Männlein gewesen.

Als das Boot auf zehn Meter heran war, faßte der weiße, bartlose, sonngebräunte Gent in die Tasche seines Sportgürtels.

Sollte man’s für möglich halten: er brachte ein Monokel ohne Rand zum Vorschein, klemmte es mit ungeheuer lässiger Selbstverständlichkeit ein und rief mir dann zu:

„Gestatten: Näsler ist mein Name, Joachim Näsler, zurzeit Vergnügungsreisender auf meiner Miniaturluxusjacht „Alexandra“ …“

Englisch rief er’s. Aber mit so ausgesprochen deutschem Beiklang, daß ich, dessen Mutter Berlinerin war, sofort deutsch erwiderte, indem ich auf seinen humoristischen Ton einging:

„Gestatten: Abelsen mein Name, Olaf Karl Abelsen, zurzeit Vergnügungsreisender auf meiner Miniaturjacht „Feuerland“ …“

Aber dieser halbe Landsmann von mir, dessen abschreckend mageres Gesicht trotzdem so etwas wie aristokratische Linien zeigte, schien die Situation noch nicht für genügend geklärt zu halten und meinte jetzt gleichfalls in deutscher Sprache, wobei er mit erstaunlicher Fertigkeit in den mir von meiner Charlottenburger Studienzeit her so wohlvertrauten Berlinschen Jargon verfiel:

„Weshalb liejen Se denn da am selben Lokus wie verankert fest, Herr Abelsen? Fischen Sie Perlmuscheln?! Oder sind Se etwa aufjelaufen?“

„Perlmuscheln gibt es hier nicht, Herr Näsler. Also aufjelaufen …“

„So … so! Pech!!“

Er war nun mit seiner „Alexandra“ dicht

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 12. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/12&oldid=3176521 (Version vom 30.6.2018)