Seite:Das Geheimnis des Meeres.pdf/158

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Seine rechte Fußspitze ist in dauernder Bewegung.

Wir warten …

Das entsetzlichste Warten, das wir je durchgemacht – ich gewiß! Ob Achim schon Ähnliches erlebte – – ich weiß es nicht. Was weiß ich überhaupt von ihm?! – Er heißt nicht Näsler … Joachim heißt er … Und Ostpreußen muß seine Heimat sein … Verheiratet ist er mit Ellinor, geborener Mangrove aus New Orleans, beider Kind Allan, der da schläft – – schläft und rote braune Wangen hat, der den Onkel Joachim liebt …

Das weiß ich von ihm …

Und noch eins: daß er sich selbst Lump nennt und doch ein ganzer Kerl ist!

Er regt sich kaum. Seine Finger spielen nur, die Fußspitze wippt …

Dann wendet er ganz langsam wie im Traum den Kopf zu seinem Kinde hin, schaut den Knaben an …

Lange …

Und holt tief, tief Atem, dreht sich mir zu, flüstert nur:

„Abelsen – ich kann’s nicht vollbringen, ich kann’s nicht, des Kindes wegen, denn es ist letzten Endes kaltherziger Mord … Ich kann’s nicht!“

Meine Hand sucht die seine …

Dann verbinden wir die spritzende Arterie, binden sie kunstgerecht ab, säubern die Wunde von neuem …

Turido lächelt dazu …

„Feiglinge!!“ Lacht schrill hinterdrein …

Chubur kriecht wieder heran …

„Ah – weil Europäer sein!!“ keucht er und tastet nach einer der Pistolen …

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 158. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/158&oldid=- (Version vom 31.7.2018)