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wollte ich weg, in den Krieg, in die Heimat. Ellinor flehte, weinte. Ich war wie ein Rasender. Und ging nach New Orleans, wollte als Heizer hinüber. Doch Ellinors Geld vereitelte alles. Ellinor kämpfte gegen mich. All meine Versuche, den Atlantik zu überqueren, schlugen fehl. – Einzelheiten könnte ich Ihnen geben – – ein Buch würden sie füllen. Ich haßte mein Weib, mein Kind. Jedenfalls: Amerika trat auf die Seite der Entente, und ich wurde interniert. Als der Krieg vorüber, schrieb ich den Meinen, weshalb ich nicht meine Pflicht hatte tun können. Damals arbeitete ich in Neuyork als Stauer. Jede Verbindung mit den Mangroves hatte ich abgebrochen. – Mein erster Brief nach daheim blieb ohne Antwort. Mein zweiter wurde durch ein paar Zeilen beantwortet: Ich sei aus dem Stammbaum der Meinen gestrichen, denn wer als Deutscher den Lüsten eines Weibes erlegen in jener Zeit, wo jeder an die Front gehörte, sei unseres Namens nicht mehr wert. – So etwa lautete meines Vaters Schreiben. Von da an blieb ich Joachim Näsler, ein Lump vor mir selbst! – Alles weitere wissen Sie, Olaf. Und werden nun auch verstehen, weshalb ich mich damals nachts auf der Robinsoninsel für vier Tage in die Einsamkeit verkroch. Ich hatte meinen Sohn wiedergesehen, erkannt, und ich glaubte ihn zu hassen. – Das ist meine Tragödie. Sie werden jetzt sagen, daß ich an krankhaftem Ehrgefühl leide, daß die Meinen mir bitter unrecht getan haben. Nein, Olaf, sagen Sie das nicht. Der fortgesetzte Sinnenrausch in den Armen einer Frau, die ich vergötterte, die mich vergötterte, hatte mein Hirn stumpf gemacht. Ich hätte merken müssen, daß sie mich einkerkerte, daß

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Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 166. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/166&oldid=- (Version vom 31.7.2018)