Seite:Das Geheimnis des Meeres.pdf/171

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Leon fuhr fort: „Die Beleuchtung der Nebengrotten, des ersoffenen Goldbergwerks, funktioniert noch. Sie haben ja gute Nerven, meine Herren.“

Er drehte an einem Hebel, und hinter der Glastür glühten verschwommene helle Flecke auf.

Achim und ich prallten zurück. Wir sahen hier dasselbe, was Taucher so und so oft geschildert haben, die in die Kajüte eines jäh versunkenen Schiffes hinabgestiegen waren.

Leichen schwammen im grünlichen Wasser in allen Stellungen, gedunsene Totengesichter grinsten aus glasigen Augen durch die durchsichtige Scheidewand. Eine Frau war darunter mit langen aufgelösten aschblonden Haaren, die wie ein Schleier um ihr Antlitz wogten.

„Tatjana!“ schrie Achim.

„Ja, Tatjana, die arme kleine Tatjana, – Ihre Freundin, Näsler.“

Er schaltete das Licht wieder aus, und der Chor der Toten wurde uns entzogen.

„Setzen wir uns, meine Herren …“

Leon wies auf die Korbstühle.

„So … – vielleicht ist Ihnen mit einer Zigarette gedient. Der Anblick ist nicht schön dort drüben …“

„Danke,“ sagte Achim hart. „Beichten Sie nun, Turido. Jetzt werden Sie ja kaum mehr lügen wollen …“

„Nein. Es hätte keinen Zweck mehr, Näsler. Wirklich keinen Zweck. Es ist ja alles aus. Wir hätten ungezählte Millionen erringen können, wir und unsere Leute. Das Meer wollte es anders … – Aber – alles der Reihe nach … Wer wir sind, wie wir in Wahrheit heißen, das wird niemand

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Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 171. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/171&oldid=3234812 (Version vom 31.7.2018)