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Augen. „Die meisten näselten, Herr Abelsen … Und trotzdem starben sie vor dem Feinde mit jener großen Selbstverständlichkeit, die Erbteil vieler Ahnen ist. Auch das Sterben will gelernt sein. Leute, die im Zivilberuf Leuchten der sogenannten Wissenschaft waren, benahmen sich wie Kinder vor dem Rohrstock …“ Dann verstummte er jäh, machte ein unzufriedenes Gesicht und blinzelte in das Feuer. Er hatte für seinen Geschmack wohl schon zu viel verraten. – Ich dachte an meine tote Mutter, an die vergnügte Berlinerin – vergnügt vor der Ehe, als sie noch im Hause des Erbgrafen von Schleitz Erzieherin gewesen, als sie meinen Vater noch nicht kennengelernt hatte. Näslers letzte Sätze erinnerten mich so sehr an meiner Mutter Ansichten über alte Familien, Tradition und Vererbung. Auch wir Schweden haben unsere berühmten Geschlechter, und wenn bei uns auch das Volk, die Sozialisten, regieren, so wird es doch niemandem einfallen, Schwedens große Vergangenheit aus den Zeiten Gustav Adolfs, wo unsere Heere Berlin bedrohten und Pommern noch unser war, in den Schmutz zu ziehen. –

Näsler nahm sein Monokel aus dem Auge und sprach weiter … „In Valparaiso kam ich auf den „Starost“. Das war ein jämmerlicher Rattenkasten aus Holz mit einer Maschine aus Olims Zeiten. Gehörte einem Sennor Garzia Turido, dieser „Starost“. Hatte Rohrteile für ein Wasserkraftwerk jeladen, Stücke von vier Meter Länge und drei Meter Durchmesser, Stahl, innen noch Patentbetonring, sehr druckfest. Im ganzen waren’s zehn solche Rohrstücke. Fünf waren oben an Deck festgezurrt. Hatten unten keenen Platz mehr. Die Besatzung alles Farbige außer mir

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 18. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/18&oldid=3234821 (Version vom 31.7.2018)