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In den Taschen fand ich einiges, was ich brauchen konnte, nur keine Papiere, nichts, wodurch ich über die Person dieses Schwarzhaarigen Aufschluß erhalten hätte.

Tote brauchen keinen tadellos neuen praktischen Anzug und so gutes Schuhzeug. In Unterkleidern versenkte ich den mit Steinen beschwerten Toten.

Das Wasser der Bucht zog leichte Wellenkreise, als ob es sich vor Abscheu schüttelte, diesen Menschen beherbergen zu müssen. Und ich stand noch auf dem einen Riff, neben mir die Büchse auf der flachen Kuppe. Spielend zog ein armlanger Lachs seinen Weg durch die grünen Algen, die am Gestein hafteten. Lachse gibt es in allen Weltteilen, – ein internationales Fischgeschlecht, und dieser fette Vertreter kam mir gerade recht. Ein Pistolenschuß genügte, und mit dem Büchsenkolben angelte ich den Burschen in Greifnähe. Die Magenfrage war gelöst.

Als mein kleiner Allan um elf Uhr vormittags erwachte, konnte ich ihm ein derbes Stück Kochfleisch vorsetzen.

Er aß, und der Schlaf hatte ihn völlig umgemodelt. Sein klägliches Weinen nach Mammi lebte nicht wieder auf, und er, der in Texas sein eigenes Ponny gehabt hatte, der durch die endlosen Weidegründe gestreift war und die Romantik der weiten Einsamkeit schon kannte, lächelte mich an …

„Ja, Robinson, Mister Abelsen …! Und dann fahren wir zu Mammi zurück …“

„Natürlich, wenn ich das Fellboot fertig habe.“

Er aß, und dann kam er mit ins Freie, beschaute das Bootsgerippe, half mir, es zu vollenden. – Zu vollenden …! Das hatte gute Wege. Diese

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Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 44. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/44&oldid=- (Version vom 31.7.2018)