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gefällt mir!“ – „Echt“ war ein Lieblingsausdruck von ihm.

Hier im großen Magelhaens-Archipel findet man Robben aller Art. Am gesuchtesten sind die Mähnenrobben. Hat man das Glück ein junges Tier zu schießen, das noch nicht lange den Mutterspitzen entwöhnt ist, so gibt das einen leidlichen Braten. Und ich hatte Glück, erlegte zwei Robbensäuglinge und war gegen zehn Uhr wieder daheim. – Mit Recht „daheim“, denn meine Heimat ist jeder Fleck geworden, wo ich mein Haupt mal für längere Zeit irgendeinem harten oder weichen Pfühl anvertraute.

Ich sah schon von weitem Allan und Coy vor dem Zelte sitzen. Der Westwind bringt hier stets Wärme mit, und trotz der Abendstunde schätze ich die Temperatur auf achtzehn Grad.

Coy grinste mir vergnügt entgegen. Seine Augen funkelten, und Allan – – machte ein verlegenes Gesicht. Ich warf die Jagdbeute ins Gras.

„Coy, du hast gerumt!“ meinte ich aufgebracht. „Du bist halb betrunken! Du wirst Wundfieber bekommen und …“

„Gesund bin ich!“ lachte er mit gutmütiger Überlegenheit. „Ganz gesund, Mistre … Tee für Kinder … Rum für Männer und Wunden.“

Bei Gott – er erhob sich ganz elastisch und reckte und dehnte sich. „Schüsse und Schnitt ein Dreck, Mistre … Morgen Boot fertig machen … Falls …“ – und er schaute zum Himmel empor, wo lange dünne Wolkenfetzen mit dem Winde dahinzogen – „falls morgen nicht böses Wetter. Wolken da gefallen mir nicht … Kann Sturm

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 54. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/54&oldid=- (Version vom 31.7.2018)