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Der Weiße war bartlos und trug einen derben Sportanzug. Ich drehte ihn um. Die Kugel Joachims war ihm über der Stirn durch die Mütze in den Kopf gedrungen. Durch den halb offenen Mund blinkten Goldplomben. Das linke Ohr war von den Möwen[1] bereits weggefressen worden, und auch die Hände zeigten die Spuren von Schnabelhieben.

Ich untersuchte seine Taschen. Er hatte etwa dreihundert Dollar bei sich, und seine Papiere lauteten auf den Namen eines Advokaten Gerald Mangrove aus New Orleans, U. S. A.

Dieser Name klarte die Dinge etwas. Etwas … Also ein Mangrove … Vielleicht der Entführer Allans.

Der Mulatte hatte nichts bei sich, was über seine Person Aufschluß geben konnte.

Aber neben den Toten sah ich fünf Patronenhülsen liegen. Das war wichtig. Ich reimte mir die Vorgänge etwa so zusammen. Damals während des Gewitters mußte Näsler drüben auf der anderen Insel von diesen beiden beschossen worden sein. Er hatte ebenfalls gefeuert und … getroffen, nur mit der langen Coldpistole. Welch’ ein Schütze mußte er sein! – Aber, weshalb dieses Feuergefecht?! Weshalb hatte dieser Advokat hier sein Zelt aufgeschlagen und dann morden wollen?! – Nun, Joachim würde ja alles erklären.

Ich steckte die Papiere zu mir und machte mich auf den Rückweg.

Als ich bei Coy in der Schlucht anlangte, saß er auf einem Stein und starrte vor sich hin.

„Mistre,“ meinte er kopfschüttelnd, nachdem ich ihm kurz meinen Fund auf der Kuppe geschildert hatte, „hier noch viel Wunderbareres …


  1. Vorlage: Möven; siehe S. 71 Möwenschwärme.
Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 72. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/72&oldid=- (Version vom 31.7.2018)