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7. Kapitel.
Das ferne Feuer.

Unsere Holzdollen knarrten taktmäßig, und wie eine Schaukel wiegte sich das vorwärtsschießende Boot auf den kleinen Wellen der Kanäle.

Joachim hatte seinen Lederanzug längst abgelegt. Was darunter zum Vorschein gekommen war, seine Flanellkluft, konnte niemandem mehr imponieren. Sie war ein dreckiges zerknittertes Stromerhabit geworden.

In Hemdsärmeln ruderten wir drei Stunden lang, schwitzten, bekamen Blasen an den Händen und freuten uns am Spiel unserer Muskeln. Allan pfiff, Coy schnarchte, die Sonne brannte heiß und der Himmel war eine lichtblaue Glasglocke.

Herrliches Land hier am Magelhaens … Land für Männer, die sich den Teufel was um die sogenannten Errungenschaften der Kultur bekümmern! Herrliches Land, Granitinseln, schäumende Kanäle, weiße Vogelschwärme, bellende Robben, – und keine Polizei, kein strenger Gerichtshof, keine staatliche Ordnung. Dem Namen nach den Republiken Chile und Argentinien gehörig – dem Namen nach …

Wunderliches Land. Launig wie ein verwöhntes Weib das Wetter, tückisch wie ein blutrünstiger Tyrann die Wasserwege mit heimlichen Riffen und unheimlichen, unberechenbaren Strömungen. Köstlich die durch keinen Fabrikschlot,

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 76. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/76&oldid=3234895 (Version vom 31.7.2018)