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wieder ins Boot und schlüpfte in seine Hosen, Stiefel, Wams.

Seine schwarzen Augen musterten den südlichen Himmel, wo das dunkle Gewölk sich höher und höher schob.

„Mich rudern lassen,“ sagte er kurz. „Bald Regen, Kälte … Dort Santa Ines …“

Wir waren auf einem breiten Kanal. Vor uns himmelhohe Granitmauern, in der Ferne düstere Gebirge.

Joachim und ich hockten am Boden und beschauten unsere Hände. Blase an Blase … Und die Muskeln hart und überanstrengt, aber im ganzen Leibe das Glühen wundervollen Kraftbewußtseins.

Coy ruderte. Er schaffte mehr als wir zwei.

Näher kamen die grauschwarzen Mauern, näher auch der tiefe Einschnitt in die Küste … In diese breite, meilenweite Bucht liefen wir ein, landeten an flacher Stelle kurz vor dem Fallen der ersten Tropfen. Die lichtblaue Himmelsglocke war verschwunden. Wolken zogen tief hängend über uns dahin, und die ersten Orgeltöne des Sturmes brachten den Eishauch der Südpolargebiete mit. Joachim zog sein Robbenhabit über, und dann wurde das Boot hoch an Land geschleppt, wurde, Boden nach oben, mit einer Steinmauer umgeben, die Ritzen mit Moos und Gräsern verstopft.

Kaum war diese Bootshütte fertig, als auch schon der erste Hagel herabgeschossen kam. Wir lagen im Trockenen auf trockenen Graslagern, und über dem knisternden Feuer klaffte in dem Fellüberzug des Bootes ein durch Hölzer gesperrtes Loch als Rauchfang. Drei Lachse und einen Robbensäugling vertilgten wir damals, tranken

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Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 78. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/78&oldid=- (Version vom 31.7.2018)