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halb zivilisierten Araukaner des südlichsten Patagoniens.

Ich war gespannt, was sie nun unternehmen würden, damit wir wieder frei kämen. Ohne ein Vollbad, sagte mir mein Ingenieurverstand, würde es für uns kaum abgehen, denn mittlerweile war das Granitnäschen noch kecker geworden. Das Wasser bespülte bereits meine Sitzpolster, und im Nachen schwamm so allerlei umher, was besser trocken geblieben wäre: Wollene Decken, Kisten, Blechkisten … und so weiter.

Die Beratung der drei braunen Herrschaften war beendet. Coy Cala wandte mir seine Vorderansicht wieder zu und holte eine der Geschenkzigarren Holger Jörnsens aus der Innentasche seiner Seehundsjacke hervor, warf einen flüchtigen Blick auf die nächste Granitwand, biß die Spitze der Zigarre ab, und sein Luntenfeuerzeug verhalf ihm zu dem Genuß der ersten, tief in die Lunge eingesogenen Rauchwölkchen. Dann hielt er es doch für angemessen, meinen fragenden, scharf auf sein leicht ins Gelbliche spielendes Antlitz gerichteten Augen Rechnung zu tragen und beiläufig zu erklären:

„Mistre, dort am Steilufer Flutmarke … Wasser sinkt … Ebbe kommt … Noch Stunde, dann Boot trocken auf Riff hängen. Wir verstopfen Leck und ans Ufer fahren.“

Flutmarke … – stimmte. Es war genau zu erkennen, wie hoch der Ozean an den Felsmauern emporleckte. Und dieser grünliche Streifen lag bereits frei.

„Mistre, auch rauchen …“ schlug Coy mir anschließend vor. „Zeit schneller laufen so …

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 9. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/9&oldid=- (Version vom 31.7.2018)