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Hier oben im Fußboden war bestimmt keine Falltür vorhanden. Sie hätte Coys Augen nie entgehen können, den meinen auch nicht. Wozu also der Schacht?! Wozu die kleine Tür unten?!

Ich mußte Näsler erzählen, was ich entdeckt hatte. Leise schlich ich aus der Stube ins Freie. Wir hatten die ebenfalls schon halb verfaulten Türen weit offen gelassen. Ich trat in den Mondschein der Waldlichtung hinaus. Die Nacht war klar, aber kühl …

Ich schaute mich nach Joachim um. Rechts weideten unsere Guanacos, nur leicht angeseilt, die Lämmer frei. Und diese kamen mir sofort entgegengesprungen. Unseren Stückenzuckervorrat hatten wir fast ganz an die Tierchen verfüttert, und ich war dabei neben Allan der Hauptspender gewesen. Die Lämmer schoben mir ihre kalten Mäulchen suchend in die Hand. Ich kraute ihnen den Kopf, faßte in die Tasche … Es waren ausgerechnet die beiden letzten Stückchen Zucker.

Joachim war nirgends zu sehen. Das überraschte mich. Ich schritt nach Osten zu, wo die Grassteppe nur durch eine dünne Baumreihe von der Lichtung getrennt war. Um Mitternacht hatte ich Näsler ablösen sollen. Jetzt war es erst elf. Und er?! Wo steckte er?! Coy hatte doch so eindringlich zur Vorsicht gemahnt.

Ich war im Baumschatten. Mein Fuß versank in nassem, totem Laub. All diese Bauminseln und Wälder am Magelhaens haben die Eigentümlichkeit einer sehr dicken Schicht faulenden Laubes. Ich ging wie auf einem Gummistoff, und so überraschte ich denn an einer einzeln stehenden Buche, an der Coy ein heute geschossenes und ausgeweidetes Guanaco aufgehängt hatte, drei diebische Wildhunde,

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 99. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/99&oldid=- (Version vom 31.7.2018)