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Als der Zuni gegen elf Uhr abends erwachte, waren die Auswanderer bereits zur Ruhe gegangen. Die beiden Biberjäger und der alte Smitson hatten die erste Wache bis Mitternacht übernommen und patrouillierten vor dem Lager und vor der Schlucht auf und ab.

Felsenherz und der schwarze Panther waren als einzige noch an ihrem kleinen Feuer sitzen geblieben, neben dem sie dem Medizinmann ein weiches Moosbett hergerichtet hatten.

Der Zuni regte sich und schlug die Augen auf, die im Feuer eines heftigen Wundfiebers übergroß erglänzten.

„Wasser!“ stöhnte er. „Wasser!“

Felsenherz gab ihm zu trinken.

Eine Weile lag der Medizinmann still da und stierte zum düsteren, gewitterschweren Nachthimmel empor.

Dann verwirrte das Fieber seine Sinne, und in halben Sätzen begann er allerlei Erinnerungen an seine letzten grauenvollen Erlebnisse vor sich hin zu murmeln.

Schweigend und regungslos hörten die beiden Jäger zu.

„Bill Jeffries ist ein Verräter,“ lispelte der Fiebernde jetzt mit verzerrtem Gesicht. „Ich schenkte ihm Vertrauen. Er wollte mit mir den Berg der Schlangen besuchen. Dann hat er zusammen mit seinem Freunde Jonny mich niedergeschlagen, als ich mich weigerte, ihnen alles zu verraten. Sie haben mich gemartert, haben mich dann auf meinen Mustang gefesselt. Alle Blaßgesichter sind Verräter. – Wie die Coyoten hinter mir hertraben – wie sie heulen und an dem Mustang hochspringen. Jeffries soll sterben. Mein Messer wird ihn fressen –“

Empfohlene Zitierweise:
William Käbler: Das Geheimnis des Zuni. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 10. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Zuni.pdf/11&oldid=- (Version vom 31.7.2018)