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ein geradezu grauenhaftes Bild beim letzten Schimmer des Tageslichtes unterscheiden.

Dort lag ein Mustang auf der Seite, dem die Coyoten bereits die Kehle durchgebissen und ebenso den Leib und die Beine mit scharfen Zähnen zerfetzt hatten.

Auf dem Rücken des Pferdes, das in den letzten Zuckungen wild mit den Beinen in der Luft herumfocht, war ein Indianer festgebunden, ein schon älterer, grauhaariger Krieger, das Gesicht nach oben, die Arme um den Hals des Mustangs geschlungen.

Auch ihm hatten die hungrigen kleinen Bestien bereits Stücke Fleisch aus den Schenkeln herausgerissen. Beim Erscheinen des blonden Jägers war die ganze feige Brut, wohl an fünfzig Stück, eilends davongerannt.

Felsenherz, der rasch auf die Erde gesprungen war, schnitt den alten Indianer los und legte ihn in das Gras, verband die Wunden mit ein paar Streifen Leinwand und flößte dem völlig Erschöpften einige Schlucke Wasser ein.

Chokariga hatte sich ebenfalls neben dem im letzten Augenblick einem furchtbaren Tode Entronnenen niedergekniet und sagte nun zu Felsenherz:

„Es ist ein Zuni[WS 1], ein Krieger dieses Unterstammes der Navajo-Nation.“

Der Zuni hatte sich ein wenig erholt und flüsterte:

„Guazava, der Medizinmann der Zunis, hat den Oberhäuptling der Komanchen noch nie gesehen. Aber er weiß, daß der berühmte schwarze Panther stets in Gesellschaft des Trappers Felsenherz zu finden ist. Und Felsenherz’ lange Doppelbüchse mit dem mit Goldblättchen verzierten Kolben kennt jeder. Der blonde Jäger, der mich soeben gerettet hat, legte diese Büchse neben sich. Also muß es Felsenherz sein.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Siehe auf Wikipedia: Zuñi.
Empfohlene Zitierweise:
William Käbler: Das Geheimnis des Zuni. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 8. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Zuni.pdf/9&oldid=- (Version vom 31.7.2018)