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wohnt, kennet ihn besser: denn dorten muß er öfters erscheinen, um seine Steuern und andere Gaben zu entrichten, dem Beamten Sporteln zu zahlen, und was noch übrig bleibt, mit dem hungrigen Amtsdiener zu theilen. Kaum daß der Rest noch zu einer Maaß Bier und einem Stück Brod hinreichet, um seinen Hunger und Durst zu stillen, und darüber seine unglückliche Lage zu vergessen, vermög welcher niemand in der Welt ist, der ihm etwas zu geben begehrt, sondern vielmehr jedermann von ihm zu haben verlanget.

 Und diese zwey oder drey Tage, die man Kirchweihe nennet, will man ihm mißgönnen? Ihm, dem die unausgesetzten sauern Arbeiten des ganzen Jahres nicht verstatten, das süsse Vergnügen zu genießen, seine Kinder und Enkel zu umarmen, als an einem solchen Tage, den, nicht mürrische und menschenfeindliche Theologen, sondern weise Gesetzgeber bestimmt haben, damit der geplagte Landmann doch auch einmahl von seiner Arbeit ausruhen, und im Zirkel seiner Familie sich seines Gottes erfreuen, und dabey sein hartes Schicksal auf einige Augenblicke vergessen möge.

 Und gesetzt auch daß der Bauer nicht seine eigene Kirchweih feyre, sondern seine Verwandten wieder an den ihrigen besuche, so

Empfohlene Zitierweise:
X. Y.: Das Kirchweihfest in: Journal von und für Franken, Band 2. Raw, Nürnberg 1791, Seite 258. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Kirchweihfest_(Journal_von_und_f%C3%BCr_Franken,_2._Band).pdf/4&oldid=- (Version vom 31.7.2018)