Seite:Das Land Gigantea.pdf/31

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Aufenthalt in beständiger Finsternis, die nur durch die Öllaternen gemildert worden war, die Sonne und den blauen Himmel wieder. Der Ausgang der Höhle, der durch einen Gletschertrichter nach oben führte, war kaum von dem letzten der sechs Reisenden verlassen, als der Chemiker Seiffert mit hochgereckten Armen auch schon ausrief:

„Freunde, die Welt hat uns wieder! Unser erster Gedanke hier soll der gütigen Vorsehung gehören, die uns so wunderbar geleitet hat!“

In stummer Ergriffenheit blieben alle eine ganze Weile stumm. Ihre des Tageslichts entwöhnten Augen schmerzten fast, und warme Tropfen perlten daraus hervor, rannen über bleiche Wangen, die durch die sieben Wochen in den Tiefen der Erde die gesunde Farbe ganz eingebüßt hatten.

Dann – so plötzlich und so laut, daß die anderen erschrocken zusammenfuhren, ein Ausruf Karl Wends:

„Dort – dort drüben neben dem Eishügel, – zwei Männer!“

Tatsächlich: Dort standen zwei in Pelze gehüllte Leute, hatten Gewehre im Arm und äugten in einer Weise zu den bisherigen Bewohnern Giganteas herüber, als ob sie kein ganz reines Gewissen hätten. Kräwel ging dann langsam auf sie zu und rief sie an. Doch seltsam: Die beiden verschwanden jetzt eiligst hinter dem Schneehügel und kamen dann erst weit entfernt in einem zum Meeresstrande hinabführenden Tale wieder in Sicht, wo sie jedoch abermals sehr bald hinter dem Steilufer der Küste untertauchten.

Ernst Pötter war’s, der jetzt die wahrscheinlich richtige Erklärung für das auffällige Benehmen jener Männer fand. Er meinte, es seien vielleicht zwei von den Matrosen der Frigga, die ihn und den Steuermann seiner Zeit hier nach den Gestaden der Heard-Insel gebracht hätte, wo dann ja die drei Leute der Motorjacht gemeutert und Wend und ihn in der Höhle, die man soeben verlassen, eingesperrt hätten. „Freilich,“ fügte er hinzu, „die Meuterer wollten ja damals

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Das Land Gigantea. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1919, Seite 30. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Land_Gigantea.pdf/31&oldid=- (Version vom 31.7.2018)