Seite:Das Land Gigantea.pdf/7

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
2. Kapitel.
Der Feind im Lande.

Meine lieben jungen Freunde und Leser! Sucht nicht auf einer Karte der Südpolarländer den Namen Gigantea. Ihr werdet dort viele Namen finden, nur den einen nicht: Gigantea!

Die, denen dieses Land sich zuerst erschloß, Karl Wend und Peter Strupp, hatten es nicht ohne Grund Gigantea genannt. Gigantisch heißt gewaltig, riesengroß: Giganten ist die Bezeichnung für sagenhafte Riesen. Also kann man Gigantea übersetzen: Das Land des Riesenhaften.

Und weshalb verschweigt der Atlas diesen Namen, weshalb habt Ihr auch sonst nie etwas von diesem Lande gehört? – Weil niemand denen, die es entdeckt und längere Zeit bewohnt hatten, nach ihrer Rückkehr in die Heimat die Schilderungen ihrer seltsamen Abenteuer glauben wollte, weil die Gelehrten erklärten, unsere Helden, die wir bald näher kennen lernen werden, hätten nur infolge Überreizung ihres Gehirns all das zu sehen und zu erleben geglaubt! Ob dem so ist, – wer vermag dies zu entscheiden?! Nie wieder wird ja aller Wahrscheinlichkeit nach ein Lebender jene Gebiete, die den eigentlichen Südpol bilden, betreten. Wir wollen es also dahingestellt sein lassen, ob Gigantea nur ein Phantasiegebilde ist. Jedenfalls ist aber das, was die Helden dieser unserer Erzählung dort vorfanden und durchmachten, so voll spannender Einzelheiten, daß wir ihnen ebenso gern in dieses Land in Gedanken folgen wie etwa den kühnen Forschern, die der berühmte Jules Verne nach dem Mittelpunkt der Erde vordringen läßt. –

Gigantea! – Pflanzen- und Tierwelt dort gehörten noch einer Epoche der Erdentwicklung an, von der man sich heute nur noch aus den hie und da ausgegrabenen Überresten von Tieren und Pflanzen ein Bild machen kann. Unsere Phantasie vermag es sich kaum vorzustellen, daß in jenen Zeiten zum Beispiel vierfüßige Pflanzenfresser von dreißig Meter Länge

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Das Land Gigantea. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1919, Seite 6. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Land_Gigantea.pdf/7&oldid=- (Version vom 31.7.2018)