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alle Menschen trachten, – diese Toren, die nicht erkennen, daß alles Unheil von dem gleißenden Golde ausgeht.“

Kein Wunder, daß Ring in atemloser Spannung lauschte und daß auch Doktor Wallner, der sehr wohl ahnte, was hier vorging, wenn er auch das Gespräch nicht verstand (die Lebensgeschichte des Wahhabiten hatte der Ingenieur kurz auf Deutsch den Gefährten wiedergegeben) mit aufmerksamen Blicken diese Szene verfolgte.

Da, gerade als Kir Bali seine Rede fortsetzen wollte, ereignete sich etwas, das keiner der hier Anwesenden voraussehen konnte.

Der Alte schnellte plötzlich hoch und fiel vornüber auf das Gesicht. Fast gleichzeitig war der Knall eines Schusses an das Ohr der beiden Deutschen gedrungen, und deshalb packte auch der Ingenieur sofort schnell gefaßt den Doktor am Arm und zog ihn in die Hütte hinein.

Und dies keine Sekunde zu früh …

Zwei weitere Schüsse hatten jetzt den Deutschen gegolten, waren aber vorbeigegangen.

„Was … was heißt das?!“ meinte Doktor Wallner völlig sprachlos vor Schreck zu Ring, der mit einem ärgerlichen Auflachen erwiderte:

„Nichts anderes, werter Landsmann, als daß jener Shlook den armen Einsiedler jetzt für alte Zeit stumm gemacht und auch dasselbe bei uns versucht hat. Und Heinz Brennert leicht auf die Schulter klopfend fügte er hinzu: „Da hast Du jetzt das ersehnte Abenteuer, mein Junge! – Verlangst Du noch mehr?! Kugeln pfeifen, es hat einen Toten gegeben und wird vielleicht noch drei geben, wenn wir so unvorsichtig sind, diesen muffigen Raum zu verlassen, in dem ich mich jetzt sofort näher umtun will, da ich stark vermute, daß Kir Bali hier einige Proben des Goldes, von dem er sprach, aufbewahrt.“

Gustav Ring hatte recht. Hinter der Steinplatte des einfachen, offenen Herdes lag ein Lederbeutelchen, das mehrere Stücke reinen Goldes in Form rundlicher Kiesel enthielt. – –

Erst als die Dämmerung sich über die Berge herabsenkte wagten die drei Deutschen ihren sicheren Schlupfwinkel zu verlassen. Sie fanden ihre Pferde auf der

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Das Rätsel des Dschebel el Dachali. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 9. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_R%C3%A4tsel_des_Dschebel_el_Dachali.pdf/10&oldid=- (Version vom 31.7.2018)