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jenem feindlichen Überfall aus, bei dem Wallner und Ring ebenso schnell überrumpelt worden waren, wie dies auch Heinz Brennert durchgemacht hatte, dessen sich daran anschließende Abenteuer freilich weit eintöniger als die seiner beiden älteren Gefährten waren.

Diesen hatte nämlich ein leidlich englisch sprechender Beduine dauernd auf dem Wege nach diesem seltsamen Gefängnis mit anscheinend wohlgemeintem Zureden zugesetzt, doch offen einzugestehen, was ihnen der alte Wahhabit damals auf der Felsterrasse ausgehändigt hätte.

Dieser Beduine war aber auch der einzige der Feinde gewesen, den Wallner und Ring zu Gesicht bekommen hatten, und daher hatten diese Unterredungen auch stets in der Nacht abseits des Lagerplatzes der übrigen Bande stattgefunden. Daß der Mann mit seinen plumpen Anzapfungen, die ganz offensichtlich auf ein Einverständnis mit Shlook hindeuteten, kein Glück hatte, braucht kaum erwähnt zu werden.

Diesem sanften Zureden folgten dann natürlich auch Drohungen, die darin gipfelten, daß der braune Bursche erklärte, man würde die Deutschen zur Strafe für ihr hartnäckiges Schweigen verhungern lassen. –

Nachdem der Ingenieur so weit bei der Schilderung der nächtlichen Aussprachen mit dem Vertrauten Shlooks gekommen war, fügte er hinzu: „Unsere Zukunftsaussichten sind also nicht gerade glänzend. Im Gegenteil: man konnte sie oberfaul nennen! – Doch – Mut verloren, alles verloren! Wir Deutsche fürchten Gott, und sonst nichts auf der Welt.“

Der Chemiker, der gerade seine Brillengläser putzte, nickte zu diesem letzten Ausspruch sehr energisch. Dann deutete er auf den gerade gegenüberliegenden dunklen Stolleneingang, der vom Grunde des Schachtes tiefer ins Erdinnere hineinführte. „Vielleicht ist das da der Weg in die Freiheit“, sagte er mit großer Hoffnungsfreudigkeit.

„Aber Doktor, – trauen Sie denn den Beduinen, die uns hier nach unten befördert haben, so wenig Grips zu, daß sie uns mit dem Hungertode gedroht haben würden, wenn diese Mausefalle nicht ganz dicht wäre?! – Ne,

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Das Rätsel des Dschebel el Dachali. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 19. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_R%C3%A4tsel_des_Dschebel_el_Dachali.pdf/20&oldid=- (Version vom 31.7.2018)