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- die Innenhand erstrahlte nun ebenfalls in demselben merkwürdigen Lichte …

Heinz hatte ja wohl mal etwas über Leuchtmikroben gehört, d. h., winzige Tierchen, die ähnlich wie Phosphor erstrahlen und sich in Kolonien zu Millionen und Abermillionen bei besonders günstigen Vorbedingungen ansiedeln und zwar zumeist auf einem Nährboden von bestimmter Beschaffenheit. Als er nun hier diesen seltsamen Vertretern der Tierwelt gegenüberstand, als er mit eigenen Augen sah, welche Leuchtkraft diese Kolonie entwickelte, stand er doch in Schier ehrfurchtsvollem Staunen da. Erst der Gedanke an die Lage, in der er und die Gefährten sich befanden, ließ ihn an das Wichtigere denken: daran, aus dem unterirdischen Gefängnis einen Ausgang zu finden.

Vor ihm nun die weite Höhle, von deren Ausdehnung er nichts ahnte … – Sollte er sich noch weiter hineinwagen in die Tiefen des Bergmassivs, sollte er nicht lieber umkehren, da es ihm vielleicht nachher unmöglich war, den Rückweg zu finden?! – – Nein – umkehren auf keinen Fall, – denn soeben war ihm ein Gedankt gekommen, wie man sich hier vielleicht etwas Ähnliches wie Fackeln herstellen könnte.

Neben der leuchtenden, so merkwürdig geformten Kuppel lagen verschiedene längliche Gegenstände von verschiedener Dicke und Länge. Erst bei genauerem Hinsehen stellte Heinz fest, daß es Knochen waren, – riesige Knochen vorsintflutlicher Tiere.

Er suchte Sich einen ihm geeignet erscheinenden davon heraus, rieb ihn mit den Leuchtmikroben tüchtig ein, ja, kratzte diese sogar von der Oberfläche des strahlenden Hügels ab und schmierte sie auf das obere Ende des Knochenstückes.

Der Gedanke war ganz praktisch gewesen. Hielt er diese eigenartige Fackel ganz tief, so vermochte er immerhin auf ein bis zwei Meter den Weg vor sich zu erkennen. Nur auf diese Weise gelangte er dann nach weiteren fünf Minuten an das andere Ende der Grotte, wo er plötzlich ganz deutlich einen frischen Luftzug verspürte und bald, indem er eine Schutthalde hinaufkletterte,

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Das Rätsel des Dschebel el Dachali. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 23. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_R%C3%A4tsel_des_Dschebel_el_Dachali.pdf/24&oldid=- (Version vom 31.7.2018)