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uns fraglos mehrere Tage hier hungern und dürsten lassen, um durch diesen „sanften“ Zwang das Gewünschte zu erreichen. Und dann können wir ruhig von hier während dieser längeren Hungerkur verschwinden, dann erscheint es glaubhaft, daß Hunger und Durst uns ins Innere der Gesteinmassen hineingetrieben haben nach der Suche nach einem anderen Ausgang. Wohlverstanden – nicht nach dem Plateau hin, das Heinz entdeckt hat! Nein – von diesem dürften Shlooks Henkersknechte und Verbündete keine Ahnung haben. Davon bin ich ganz fest überzeugt. Die braune Bande wird eben annehmen, wir sind in das alte Bergwerk eingedrungen und dort in einer Spalte umgekommen. Wüßten sie etwas von der verborgenen, steinernen Falltür, so würden sie sich gehütet haben, uns hier einzusperren.“

Auch Doktor Wallner gab dem Ingenieur recht. Und alles geschah, wie dieser es vorgeschlagen hatte.

Nachdem der Beduine am Tage darauf mit höhnischen Redensarten, die seine Wut über den Starrsinn der Deutschen verheimlichen sollten, wieder verschwunden war, machten sich die drei alsbald auf den Weg.

Vor dem leuchtenden, kuppelförmigen Gegenstande wurde zuerst halt gemacht. Wallner und Ring untersuchten ihn gemeinsam, und der Doktor machte seinen Neffen dann auf die eigenartige Form dieser mit Leuchtmikroben bedeckten Kuppel aufmerksam, besonders auf verschiedene Eigentümlichkeiten, die den ganz zweifelsfreien Schluß zuließen, daß es sich hier um nichts anderes handelte als den mumifizierten, das heißt ohne Verwesung vertrockneten Körper eines vorsintflutlichen Riesengeschöpfs aus der Familie der Schildkröten, und zwar einer Schildkröte mit weichem, lederartigem Rückenpanzer, wie ja auch heute noch in den südlichen Meeren Abarten dieser Urahnen der Lederschildkröten vorkommen.

Nach dieser Unterbrechung, bei der Doktor Wallner einen längeren Vortrag über die Riesentiere längst vergangener Zeiten hielt, wurde der Weitermarsch angetreten. Bald standen die drei dann wirklich im Freien auf der ebenen Felskuppe, auf die der Gang mündete, –

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Das Rätsel des Dschebel el Dachali. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 25. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_R%C3%A4tsel_des_Dschebel_el_Dachali.pdf/26&oldid=- (Version vom 31.7.2018)