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dessen Zinne keinen Ausgang nach unten hat – wenigstens keinen, der ins Freie führt.“ – –

Der Abend kam. Das Sonnenlicht verglühte im Westen. Die Höhen des Gebirges waren wie vergoldet, leuchteten förmlich, verblaßten aber schnell wieder und verkrochen sich in der heranschleichenden Dämmerung.

Unten in dem Tal im Süden, wo die schlanken Palmen sich hochreckten, loderten zwei Lagerfeuer auf. Die braunen Söhne der Wüste bereiteten sich ihr Abendessen – Reis und Hammelfleisch, die ständige Kost der Araber.

Auch oben auf dem Plateau in dem Steinhause mitten im Irrgarten knisterten die Flammen, gaben viel glühende Asche, die zum Rösten der Erdknollen benutzt wurde. – Dem Doktor hatte man es zu verdanken, daß der rote, flackernde Schein den kahlen Raum dieser Steinwohnung behaglich durchleuchtete. Der Chemiker besaß nämlich sämtliche Dinge, die ein erwachsener Mann in den Taschen zu trafen pflegt, doppelt. Und zwar trug er diese doppelten Gegenstände in ein paar Geheimtaschen verborgen, die in seinem Anzuge sehr geschickt angebracht waren.

Daher verfügte er als einziger jetzt auch noch über ein Feuerzeug, ein kleines Federmesser, eine zusammenklappbare Schere, eine Nagelfeile und einige andere Kleinigkeiten.

Aus Moos, Gräsern und Ginsterzweigen bereiteten die Gefährten dann ihre Lagerstätten. Das nötige Material hatten sie schon vorher gesammelt und vor ihrer Behausung zu einem Haufen aufgeschichtet. Bis in den hellen Morgen hinein schliefen sie in dem Gefühl vollkommener Sicherheit.

Heinz Brennert wurde als erster munter, erhob sich, trat ins Freie und … prallte zurück …

Mit Recht …! Denn dort vor der offenen Seite des Steinhüttchens saßen ein gutes Dutzend Beduinen, die Büchsen schußfertig in der Hand. – Es waren die, denen die drei Goldsucher glücklich entronnen zu sein glaubten. –

Übergehen wir die nächste halbe Stunde.

Die Sonne stand bereits hoch am Himmel, als es

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W. Belka: Das Rätsel des Dschebel el Dachali. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 29. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_R%C3%A4tsel_des_Dschebel_el_Dachali.pdf/30&oldid=- (Version vom 31.7.2018)