Seite:Das Rätsel des Dschebel el Dachali.pdf/4

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oder einer großen Minengesellschaft spielen können. Sein bartloses, eckiges Gesicht spiegelte eine seltene Willensstärke in jedem seiner Bestandteile wider. Wortkarg wie immer, warf er jetzt Heinz Brennert die Zügel seines edlen Pferdes zu, schnallte die kurze Büchse vom Sattel ab, zog sie aus dem Futteral aus Segeltuch und schritt den Weg zurück, den die drei Reiter soeben gekommen waren.

Als er in dem Engpaß verschwunden war, meinte Doktor Wallner zu seinem Neffen:

„Ring wird den Verdacht nicht los, daß der englische Generalkonsul in Maskat uns dauernd mit Spionen umgibt. Mir wäre das gleichgültig. Wir verlassen ja morgen den Ort, und dann …“

Er schwieg plötzlich, hob lauschend den Kopf und fuhr nach kurzer Pause fort: „Heinz, – war das nicht eben ein Hilferuf …? Es klang wie ein schriller Schrei. Und wenn mich nicht alles täuscht, kam dieser Schrei dort über uns von jenem Felsvorsprung … Da – wieder der langgezogene Ruf …“

„Hast recht, Onkel, – es ist ein Mensch, der sich in Not befindet … – Ah, dort kommt auch Ring eilig zurück. – Was gibt’s, Herr Ring?“

„Haben Sie den Schrei gehört …, ja?! – Wir müssen doch mal feststellen, woher … Da – abermals …“

Die drei schauten suchend die steile Rückwand der Terrasse empor. Sie sahen jedoch nichts als das grauschwarze Gestein, das hier und da von Streifen einer anderen Steinart durchzogen war, die eine merkwürdig grüne Farbe hatte und daher den Eindruck machte, als ob schmale Moosbänder über die Felsen hinliefen. Es handelte sich hier um Gabbro, ein kristallinisches Gestein, das sich vielfach eingesprengt in den Granit, aus dem die Hauptmasse der Gebirge Omans besteht, vorfindet. Der Name Gabbro ist wenig bekannt. Und doch wird gerade dieser Stein, der auch in schöner brauner Farbe anzutreffen ist, seit dem Altertum von Bildhauern gern benutzt, besonders zu künstlerischen Vasen, wie man ihn auch heute noch von den Küsten Labradors nach Europa nur für kunstgewerbliche Zwecke einführt.

Nachdem die drei Gefährten eine ganze Weile umsonst

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Das Rätsel des Dschebel el Dachali. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_R%C3%A4tsel_des_Dschebel_el_Dachali.pdf/4&oldid=- (Version vom 31.7.2018)