Seite:Das erste Jahrzehnt der Weltsprache Volapük.djvu/58

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wir vertrauen wollen. Immerhin haben wir aber die tröstliche Ueberzeugung, daß Volapük ein an sich lebenskräftiges Gebilde ist, so daß es trotz seines jugendlichen Bestehens und trotz der vermeintlichen oder wirklichen Fehler sich von selbst so weit empor zu arbeiten vermocht, ohne besondere Protection, daß es sich aber auch als eine für alle Idiome berechnete Vermittlungssprache in keine allzu bedrückenden Fesseln schlagen läßt. Volapük ist und soll international sein und duldet keine nationale Beschränkung oder Knechtung. Die Versammlung, als deren Präsident Professor A. Kirchhoff gewählt wurde, war zahlreich auch vom Auslande besucht, und der Erfinder der Weltsprache, Herr Schleyer, war selbst anwesend.

Im Herbste entfaltete sich wieder eine große Thätigkeit in und für Volapük. Die bedeutendsten Blätter aller Länder brachten ganze Spalten über Volapük. Seit der Universitätsprofessor A. Kirchhoff in Halle a. S., welcher auch ein Lehrbuch zum Erlernen von Volapük herausgab, unter die Volapükisten gegangen und sich mit Wort und Schrift als Anwalt des Volapük aufgeworfen, schwärmte in Norddeutschland förmlich alles für Volapük. In dieser Zeit erschien ein sehr schöner Artikel über Voalpük mit dem Bilde des Erfinders in der weltbekannten Zeitschrift „Ueber Land und Meer“. Ein gleicher Artikel mit dem Portrait des Erfinders war schon im Mai in der Wiener „Neuen Illustrierten Zeitung“ erschienen.

Vorträge wurden im Herbste wieder an sehr vielen Orten gehalten, von denen ich nur einige hier erwähne. Am 22. September war große Versammlung im Schützengarten in St. Gallen, wo Herr Dr. Keller von Zürich und Herr Schleyer als Redner auftraten vor etwa 400 Zuhörern; auch in Herisau hielt Schleyer einen Vortrag. Weitere Vorträge wurden gehalten in Kopenhagen, Skjörping, Terndrup, Skibsted (Dänemark); ferner in Berlin durch Herrn Dr. Thiessen; in Hamburg, Bremen, Pforzheim, Weimar, Leipzig, Aschersleben, Magdeburg, Karlsruhe, Halle, an allen diesen letztgenannten