Seite:De DZfG 1890 03 181.jpg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

anziehendsten Zügen. Trotz häufiger Abschweifungen, trotz der etwas lässigen und schwankenden Art der Darstellung, trotz der apokalyptischen Wendungen an die Adresse der Revolution liest sich das Buch angenehm und bietet für den Historiker das grösste Interesse.

Band 5 der Geschichte des Julikönigthums von P. Thureau-Dangin[1] geht von 1841 bis 45. Er umfasst die ersten Jahre des letzten Ministeriums Guizot’s, seine auswärtige Politik, den Tod des Herzogs von Orléans, die Kriegszüge in Algier, die Verhandlungen über die Unterrichtsfrage. Der Verfasser ist gut unterrichtet und ausserdem ein geschätzter Schriftsteller. Er bemüht sich redlich, unparteiisch zu sein, was ihm auch zumeist gelungen ist; sein Buch ist nach jeder Richtung hervorragend.

Die Arbeit Camille Ronsset’s, La conquête de l'Algérie[2], führt uns von 1841 bis 1857, dem Zeitpunkt der Besetzung von Gross- Kabylien. Abgesehen von einigen kleinen Irrthümern ist das Buch eines der besten des Autors. Er erzählt in würdiger Weise eines der schönsten Blätter der modernen Französischen Geschichte.

Wir erwähnen noch die Abhandlung des Herzogs von Broglie über Le Père Lacordaire[3]. Broglie hat hier die Rede, mit welcher er bei seiner Aufnahme in die Akademie als Nachfolger Lacordaire’s dessen Andenken feierte, mit einer anderen vereinigt, welche er im letzten Jahre bei Enthüllung des Lacordaire in Sorrèze errichteten Standbildes gehalten hat.

Mit dem Buche des Generals Fay, Souvenirs de la guerre de Crimée[4], treten wir in die Zeit des zweiten Kaiserreichs. Es ist die einfache Erzählung eines Augenzeugen und Mithandelnden, und wird ebenso sehr die Militärs, als das grosse Publicum interessiren.

Die Arbeit A. Duchatel’s über den Krieg von 1870—71[5], bietet eine klare und richtige Zusammenstellung der Ereignisse.

Lobenswerth ist auch die Klarheit in Edm. Hippeau’s Histoire diplomatique de la troisième République[6]. Nach einer Einleitung und zwei Abschnitten mit allgemeinen Betrachtungen, in denen der Verfasser auseinandersetzt, was er unter nationaler Französischer Politik versteht, erörtert er der Reihe nach die Politik von Thiers, die Krisis von 1875, Frankreichs Stellung in der Orientalischen

Frage und auf dem Berliner Congress, die Beziehungen der Republik

  1. L'Hist. de la mon. de Juillet, t. V. Paris, Plon. [Vgl. Nachrr. ’89,147 c.]
  2. Paris, Plon. [Vgl. ebd. 147e.]
  3. Paris, Champion. 1889. 12°. 105 p.
  4. 2. éd. Paris et Nancy, Berger-Levrault. 8°.
  5. La Guerre de 1870—71, causes et responsabilités. Paris, Ghio. 8°. 3 fr. 50. [Vgl. Bibl. ’89, 3385.]
  6. Paris, Dentu. 8°. xv691 p. 7 fr. 50.
Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. Freiburg i. Br.: Akademische Verlagsbuchhandlung von J. C. B. Mohr, 1890, Seite 181. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_DZfG_1890_03_181.jpg&oldid=3122244 (Version vom 11.5.2018)