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gegen Lanfranc erzähle. Anjou verbinde sich damals auch die Krone; da aber Heinrich I. gegen Wilhelm 1054 nichts ausrichte, erlaube er ihm, dem Gottfried Maine zu entreissen. Auch ein neuer Bund Frankreichs mit Anjou unterliegt 1059 an der Dive. Ostern 1059 musste Berengar zu Rom orthodoxe Abendmahlslehre beschwören: dass er bestach, sei Lanfranc zu glauben, aber nicht, dass er meineidig seine Lehre abschwor. Berengar schrieb darüber Verlorenes, wahrscheinlich nach 1061 [Loofs: erst nach Jaffé 4546, um 1065]; Lanfranc erwidere kurz vor 1070, weniger wundersüchtig und bedeutender als die sonstigen Orthodoxen, und werde allein einer Antwort Berengar’s, nach 1078, gewürdigt. Dass Nov. 1078 mit Petrus Damiani Gregor VII. sich für Berengar gegen Lanfranc erklärt habe, citirt Verf. aus Berengar’s letzter Schrift [die Literatur verbindet damit Lanfrancs Kühle gegen Gregor]; diese werbe mehr Mitleid als Beifall. Der Augenzeuge Bernold ruhe auf Lanfranc und Guitmund. Richtig erscheint Gregor VII. mehr als Realpolitiker denn als Dogmatiker. — Die um 1070 verfasste Expositio zum Liber Papiensis erwähnt zu drei Langobardischen Gesetzen (ed. Mon. Germ. Leg. IV, 402; 404; 566) Rechtsaussprüche eines Lanfrancus, der zu Wido 6, 23 „archiepiscopus“ heisst. Man identificirt ihn mit dem Erzbischof von Canterbury, der allerdings um 1035 zu Pavia Rechtslehrer war; Schröder Dt. R.-Gesch. I, 233. — Duchess of Cleveland, The Battle abbey roll with some account of the Norman lineages (3 Bde. ’89) wird von Ath. 27IV89 , 530 und Sat. R. 22VI89, 766 als gelehrte, aber unkritische Sammlung aus vielen, theilweise werthlosen, genealog. Büchern bezeichnet. Die Rolle der Mitkämpfer des Eroberers bei Senlac, das an der jetzt der Verfasserin gehörigen Stelle des späteren Battle lag, ist in Wirklichkeit nachweisbar erst seit dem 14. Jh. [früheste Ueberlieferung (vgl. Hardy, Descr. Cat. II, 2 ff.; Sims, Genealogist 13) scheint dabei unbenutzt]; hier aber gelte sie gegen alte wohlbegründete Zweifel wieder als im Wesentlichen authentisch. [Auch Quart. R. Oct. ’89, 885 glaubt, beweislos, an ein echtes ursprüngl. Document.] Dagegen sprechen schon die mit „Fitz“ (filius) beginnenden Namen, die erst im folgenden Jh. zu Familiennamen erstarrten. Nur Familien nennt die Rolle [was schon späte Abfassung beweist!]; vielleicht [?] also wolle sie nur eine Liste der Familien sein, die zur Zeit der Abfassung, wohl unter Edward I., von den Miteroberern abzustammen behaupteten. Sie wird bis Ende 14. Jh. interpolirt. Werthvoll seien die Familiengeschichten in dem Buche, von Aumale bis Waloys. Ueber diese Romance of feudalism spricht Blackwood’s Edinb. Mag. Aug. ’89 , 223. — Sir H. Barkly, The Otto Family, Tr. Bristol archaeol. soc. XI, 233. Der Goldschmid Otto trug 1086 Lehen von Königin Mathilde aus Flandern, wo er wahrscheinlich herstammte. Auch seine Nachkommen sind als königliche Goldschmiede nachweisbar. — Ortsnamen im Domesdaybuch erklärt *Andresen Z. für Roman. Philol. XII, 527. — Vom Domesdaybuch von Exeter gibt Palaeographical society, Plate 70 f. Facsimile. — Für Englands Verhältniss zum päpstlichen Schisma 1084—1100 sammelt Bekanntes O. Köhncke, Wibert von Ravenna (Lpz. 1888), p. 119 ff., 92 f. 96.

[Eadmer’s Nachrichten finden überall Bestätigung. Bei Wilhelm von

Empfohlene Zitierweise:
Verschiedene: Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft. Freiburg i. Br.: Akademische Verlagsbuchhandlung von J. C. B. Mohr, 1890, Seite 222. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_DZfG_1890_03_222.jpg&oldid=3240570 (Version vom 31.7.2018)