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Was ist aus den feierlichen Eiden geworden, die Du mir in frühern Jahren geschworen? –

Erhebe Dein Haupt nur drei Ellen hoch, und die Götter und Geister sind um Dich! –

Du bist noch dem südlichen Flusse gegangen, ich verweile an dem nördlichen. –

Tausend Meilen – Gebirge dazwischen – trennen uns von einander –

Aber wäre es möglich, dass zwei Flügel plötzlich aus meinen Schultern hervordringen könnten –

Würde ich nach Wookeang fliegen und mich au Deine Seite stellen! –

Unsere früheren Zusammenkünfte kannte nur der Himmel, die Erde, Du und ich, –

Aber jetzt wird unzähliges Volk das traurige Ende unserer Liebe beweinen. –

Ich war eingeschlossen in die Verborgenheit des Harems eines Kriegers, als eine Schönheit von tausend Stück Gold[1], –

Als der Himmel mich mit lächelndem Gesicht Deiner Schurkerei überliess! –

Mit Verabscheuung blicke ich auf Dein nichtswürdiges Benehmen und kehre nun zur Stadt der Todten. –


  1. Wenn die Chinesen artig von ihren Töchtern sprechen wollen, so nennen sie sie gewöhnlich ihre tausend Stück Gold.
Empfohlene Zitierweise:
unbekannt, Adolf Böttger (Übersetzer): Die blutige Rache einer jungen Frau. Wilhelm Jurany, Leipzig 1847, Seite 74. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Die_blutige_Rache_einer_jungen_Frau.djvu/076&oldid=- (Version vom 31.7.2018)