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sagte, sondern aus einem stark entwickeltem Gefühl für das Stylvolle. Es wäre nicht im Charakter des Hauses gewesen, hier studentisch ungebunden mit Pfeifen und in weiten Sätzen, wie er es gewohnt war, aus- und einzugehen. Man war schließlich auch aus guter Familie und über die erste kraftgenialische Periode hinaus – ja, und wenn einmal etwas von seinem Programm verlauten sollte, war es auch nicht übel, diesen Philistern und grassen Bourgeois zu zeigen, daß man Socialist sein und doch die Formen der sogenannten guten Gesellschaft besitzen könne.

So lachte er zu den Bedenken und Abmahnungen seiner Freunde und schwur, daß er sich zum erstenmal in seiner Wohnung behaglich fühle, seit er in Zürich sei.

„Weil du eben auch schon auf dem Wege bist, ein Philister zu werden,“ hieß es, und da lachte er noch fröhlicher und ließ es dabei bewenden. Eben weil sie alle ihm prophezeiten, er werde es in seiner „Kapitalistenhochburg“ noch viel weniger aushalten als in der Proletarierspelunke. War es doch immer sein Vergnügen und sein Stolz gewesen, das Gegentheil von dem zu thun, was man von ihm erwartete. Sie konnten ihm eigentlich keinen größeren Gefallen erweisen, als achselzuckend von ihm zu sagen „Ja, Iversen ist eben unberechenbar.“ Er protestirte dann gleichmüthig: „Aber nein! wieso denn?“ Heimlich dachte er: Nun ja, wenn ich von euch allen ausgerechnet

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Ilse Frapan: Flügel auf!. Paetel, Berlin 1895, Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Fl%C3%BCgel_auf_Frapan_Ilse.djvu/11&oldid=- (Version vom 31.7.2018)