Seite:De Geschichten aus den vier Winden Dauthendey.djvu/338

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mit einem ebenbürtigen Feinde messen, der es heraufgerufen und zum Zweikampf herausgefordert hätte.

Und seltsam, – ich erkannte plötzlich die Berge, die sonst Erde und Stein waren, auf dem anderen Seeufer und über meinen Häuptern und hinter den Hausdächern des am Berg hinaufkletternden Ortes nicht mehr. Diese einzelnen Berge schienen die Stümpfe von Urweltbäumen zu sein, deren jeder ein paar Meilen im Durchmesser maß. Und gegen diese riesigen Baumstümpfe wirkte das haushohe Iguanodon wie eine winzige Ameise. Die vorsündflutliche Welt, in der der Mensch weniger als ein Infusionstierchen in einem Tropfen Wasser war, erschreckte mich nicht; sie stand schrecklich schön im Sonnenschein vor mir. Und auch als das Iguanodon eine pfeilartige weiße Zunge, wie eine lange dünne Röhre, ausstreckte, die es langsam anwachsen ließ, erschrak ich noch nicht. Erst als die Zunge wie ein dünner Sauger die Ufer, die Berge und endlich die einzelnen Häuserflächen, die nach dem Wasser sahen, von der Mitte des Sees aus abtastete, da packte mich ein panischer Schrecken. Denn der weiße Strahl der Zunge zog sich, wenn er ein Haus berührt hatte, wie

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Max Dauthendey: Geschichten aus den vier Winden. Albert Langen, München 1915, Seite 337. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Geschichten_aus_den_vier_Winden_Dauthendey.djvu/338&oldid=3248594 (Version vom 31.7.2018)