Seite:De Geschichten aus den vier Winden Dauthendey.djvu/360

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

schmuggeln wagte, auf der anderen Seite des Sees tätig, und er streifte drüben mit seinem weißen Strahl die vom Mondschatten verdunkelten Bergwände ab.

Als wir einige Zeit gerudert hatten, riefen die Fischerknaben vom anderen Boot mir zu:

„Jetzt sind wir über die Grenze gekommen. Jetzt sind wir auf österreichischem Seegebiet.“

„Jetzt sind wir bald in Freiburg,“ lachte Ulrike. Sie war im Geist längst nicht mehr auf dem See, sondern weit über den Alpen bei ihrem Bräutigam.

Ich aber war froh, daß wir dem Abenteuerherd entrannen, den ich vom ersten Augenblick an, als ich im Sturmwind in das kleine Wasserbassin von Limone hineingefegt worden war, beim Betreten des Landes mit allen Sinnen gewittert hatte.

Aber die Russin meinte, Abenteuerherde müsse es überall geben, denn sonst wäre das Leben eine Einöde. Und sie suchte begierig nach neuem Unglück.

Empfohlene Zitierweise:
Max Dauthendey: Geschichten aus den vier Winden. Albert Langen, München 1915, Seite 359. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Geschichten_aus_den_vier_Winden_Dauthendey.djvu/360&oldid=3248619 (Version vom 31.7.2018)