Seite:De Kinder und Hausmärchen Grimm 1819 V2 A 012.jpg

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also daz si do teilten sich
unt machten krieges parte,
so was er ein gries-warte.
unt ein guot richter under in;
wan swer den sig do fuorte hin,
dem satzte er uf sin houbet
ein schapel wol geloubet,
damit er in do kronte
unt im der tugende lonte,
daz er so fromeklichen streit.

Das Spiel mit drei oder fünf kleinen Steinen wovon einer aufgeworfen und während dieser fliegt, die übrigen zusammengestrichen und in die Hand genommen werden, um jenen damit aufzufangen, findet sich überall und ist gewiß uralt[1]. – Ein altes Spiel sind auch die kleinen Windmühlen, zwei Querhölzer mit vier Flügeln, an einem längern Stock befestigt, der in der Hand gehalten wird. Geht kein Wind, so wird gelaufen und der daraus entstehende Zug treibt die Flügel herum. Zwei Knaben mit diesem Spielwerk findet man z. B in einem in Holz geschnittenen Anfangsbuchstab zu dem chronicon Freculphi

  1. Niebuhr sah es bei den Kindern am Euphrat zwischen Basra und Helle. Es heißt bei den Arabern Lakud. Er macht dabei die Bemerkung: „die Spiele der Bauernkinder scheinen in der ganzen Welt dieselbigen zu seyn.“ Reise nach Arabien I, 171. Clarke fand dieses Spiel in ganz Rußland wieder und gedenkt einer griechischen Vase, auf welcher es abgebildet ist. Reise durch Rußland S. 196. (bei Bertuch).
Empfohlene Zitierweise:
Brüder Grimm: Kinder- und Haus-Märchen Band 2 (1819). G. Reimer, Berlin 1819, Seite XII. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Kinder_und_Hausm%C3%A4rchen_Grimm_1819_V2_A_012.jpg&oldid=3250689 (Version vom 31.7.2018)