Seite:De Kinder und Hausmärchen Grimm 1819 V2 A 016.jpg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Was trinkens gern? „rothen Wein.“
     Sitzt nieder!

Königstöchterlein. Ein Mädchen setzt sich in die Mitte, und zieht sein Röckchen über den Kopf in die Höhe, die andern Kinder stehen rings herum und halten den Rock. Eins geht um den Kreis und fragt:

„Ringel, Ringel, Thale ringen,
wer sitzt in diesem Thurm drinnen?“

Das Mädchen antwortet:

„Königs-Königstöchterlein!“ –
„Darf man sie auch anschauen?“ –
„Nein, der Thurm ist gar zu hoch,
du mußt einen Stein abhauen.“

Nun schlägt er auf eine Hand, die den Rock muß fallen lassen. Dann geht die Frage von neuem an. Sind alle Steine herunter, so springt das Königstöchterlein auf, und den übrigen, die davon laufen, nach. Wen es erhascht, der muß in den Thurm. – Der Reim lautet auch so:

„Zink, zink. Tellerlein,
da sitzt des Königs Töchterlein
in einem hohen, tiefen Thurm;
wer’s will sehen, muß die Stange brechen!“

Blinde Kuh oder blinde Maus. Einem werden die Augen verbunden, und so sucht er einen andern in einem bestimmten Umfang zu haschen, der dann an seine Stelle kommt. Im Anfang wird er von einem im Kreis herumgeführt, damit er nicht weiß,

Empfohlene Zitierweise:
Brüder Grimm: Kinder- und Haus-Märchen Band 2 (1819). G. Reimer, Berlin 1819, Seite XVI. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Kinder_und_Hausm%C3%A4rchen_Grimm_1819_V2_A_016.jpg&oldid=3250693 (Version vom 31.7.2018)