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gar nicht!“ und dann wird wieder von vorn angefangen, bis das letzte Blättchen auf einen von jenen Aussprüchen fällt, der dann das wahre verkündigt.

15. Kinderfeste.

Die heiligen drei Könige. Sie erscheinen am 6ten Januar, wo sonst die morgenländische Kirche die Geburt Christi feierte; doch schon früher in unserer Weihnachtzeit ziehen drei Knaben, als die heil. drei Könige verkleidet, umher. Gewöhnlich haben sie nur ein weißes Hemd übergethan, einen Gürtel um den Leib und eine Krone von Goldpapier auf dem Kopf; einer hat sich als Mohr Gesicht und Hände geschwärzt. Sie lassen in einem kleinen Kästchen, über dem der Stern steht und das auf einer Stange in die Höhe gehalten wird, das Christkind in der Krippe, die Anbetung der Hirten u. s. w. sehen. Die Vorstellungen sind beweglich und werden herumgedreht, einer beleuchtet sie mit der Laterne. Sie heißen daher auch die Sterndreher. Dabei wünschen sie in einem besondern Spruche Glück zum neuen Jahr. Im Anhang des Wunderhorns S. 30. steht ihr Lied, hier in Hessen wird es mit einigen Abänderungen gesungen:

wir wünschen dem Herrn einen goldenen Tisch
und in der Mitte einen gebratenen Fisch,
auf alle Ecken ein Glas mit Wein;
da können die Herrn frei lustig bei seyn,
frei lustig bei seyn und immerdar,
wir wünschen dem Herrn ein fröhlich Neujahr.
Wir wünschen dem Bursch ein neues Kleid,

Empfohlene Zitierweise:
Brüder Grimm: Kinder- und Haus-Märchen Band 2 (1819). G. Reimer, Berlin 1819, Seite XXX. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Kinder_und_Hausm%C3%A4rchen_Grimm_1819_V2_A_030.jpg&oldid=3250707 (Version vom 31.7.2018)