Seite:De Suchende Seelen (Meisel-Heß).djvu/081

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Am Morgen gab es ein großes Geschrei. Die Jungmann saß schimpfend und schreiend im Hemde auf ihrem Bette, in der Hand hielt sie ihre Hosen, nicht etwa weiße Höschen mit Spitzen, wie die Wienerinnen sie trugen, sondern sie trug rote Flanellhosen, und hatte überhaupt gar keinen Chic, was zu ihrer Verachtung sehr viel beitrug; in der Hand hielt sie also ihre roten Flanellhosen und bemühte sich vergebens, hineinzuschlüpfen, denn unten waren die Hosen mit zwei Reihen fester Hinterstiche zusammengenäht.

Weinend vor Zorn, schimpfend und drohend machte sie sich daran, die engen, festen Stiche aufzutrennen, und kam richtig zu spät in die Klasse.

Empfohlene Zitierweise:
Grete Meisel-Heß: Suchende Seelen. Leipzig 1903, Seite 83. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Suchende_Seelen_(Meisel-He%C3%9F).djvu/081&oldid=- (Version vom 31.7.2018)