Seite:De Zimmerische Chronik 2 080.jpg

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mit seiner hellenbarten über die lauten, das er am satel hieng. Darauß ward ain großer lerman, dann die reuter woltens nit guet haißen; aber die knecht schoben den gueten Sparvöglin hünder sich, und ward die sach also verduschet.

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Da der kaiser schon selbs erfarung, wardt es im doch verhalten und blib also ersitzen. Man sagt, es haben vil vom adel dem von Reischach solche schlappen wol gegunet. Damit hat kain han mehr darnach gekreiet. * In wenig zeit hernach, [A287a] als Ludwig von Steten

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zu Wildenstain also ain gemainer vogt gewest, hat herr Gotfridt von Zimbern besorget, Wildenstain möchte villeicht hiedurch leichtlichen von dem stammen und namen Zimbern verwent und in andere frembde hend kommen; desshalben, als auf ain zeit Ludwig von Steten, der gemain amptman

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von Wildenstain, anderer gescheften halben verriten, hat herr Gotfridt in seinem abwesen sich geen Wildenstain verfüegt, das eingenomen und die, so Ludwig von Stetten daselbst gelassen, geurlaubt und hinwegk ziehen lassen. Demnach aber nu Ludwig von Stetten widerumb geen Messkirch

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kommen und sollichs alles hievor gemelt vernommen, hat er ain groß misfallen und beschwerdt darab empfangen, dann er vermaint, sollichs sei im zuwider, auch aus ainem missvertrawen beschehen; hieraus erwachsen, das er, Ludwig, gegen herrn Gotfriden ain vechdt fürnemen wellen.

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Demnach aber solchs dem stammen und nammen Zimbern, sonderlich aber der eroberung der herrschaft Messkirch höchlichen abbrüchig het sein mögen, haben die vom adel, so noch zu Messkirch gewest, als die Speeten, die von Rechberg, die Stumpfen und andere mere, sich in die handlung

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geschlagen und hern Gotfriden, dessgleichen Ludwigen von Steten widerumb in der güete vertragen, dergestalt das herr Gotfridt bemeltem Ludwigen ain gut pfert, wie er dann dessen vermaine lob und dank zu haben, für alle ansprüch geben und zustellen, damit dann alle widerwertigkait füro

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aufgehaben und abgestelt sein solte. Dozumal ist herrn Johannsen Wörnhern von etlichen fürnemen kriegsleuten und vom adl geratten worden, er solte die stat Messkirch, damit sie nit [A287b] leichtlichen von iren widerwertigen mögten überzugkt werden, sovil

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möglichen, zu bevestigen. Sollichs ließ nu herr Johanns Wörnher die kriegsverstendigen beratschlagen, und ward Wilhelm Herter von inen allen zu aim bawmaister erkiest und ge-

Empfohlene Zitierweise:
Froben Christoph von Zimmern: Zimmerische Chronik. Band II. Herausgegeben von Karl August Barack. Akademische Verlagsbuchhandlung von J. C. B. Mohr, Freiburg, Tübingen 1881, Seite 80. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zimmerische_Chronik_2_080.jpg&oldid=3110364 (Version vom 12.4.2018)