Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn) v 2.djvu/191

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Gegenliebe zu bewegen – und das ist für beide Theile ein gleich großes Elend.“

„Sollte man nicht meinen ich sei ein Erzbösewicht, der jahrelang geschickt und schlau das Verderben einer Frau berechnet und herbeigeführt hat! – Gute Dorothee, ich habe die Gräfin nie gesehen ohne eine herzpochende Anbetung für sie zu empfinden; dennoch zauderte ich nicht ihr weh zu thun als Dein Interesse es begehrte; und wenn ich jezt, unwiderstehlich von ihr beherrscht, mein Herz und mein Leben ihr widme – wenn ich für die Liebestäuschung die ihr durch meine Handlungsweise entschwunden ist, eine wahre und tiefe Liebe ihr darbringe – wie kannst Du das dämonisch nennen und unheimlich finden? Das Geschick hat mich mit ihr zusammengeführt, höchst einfach, höchst natürlich, es hat die Fäden unsrer Existenz sich mehrfach durchkreuzen lassen, es läßt sie durch Liebe entwirren – ist das nicht schön? – Ich habe mich nie an die Gräfin gedrängt .… ich begreife Deine Vorwürfe nicht.“

„Wolan, ich will Dir keine machen – wenn Du abreisest! – Thust Du es nicht – so sage ich der Gräfin .… daß Du verlobt bist.“

„Dann sagst Du eine Lüge! rief Leonor heftig; ich bin nicht verlobt; ich gebe mit Freuden die

Empfohlene Zitierweise:
Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Zweiter Band. Berlin 1845, Seite 190. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn)_v_2.djvu/191&oldid=3262155 (Version vom 31.7.2018)