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so gut es ging. Daß mir aber noch genug Zeit übrig blieb, um die Gegend abzustreifen und sozusagen den Jäger für unsere kleine Kolonie zu spielen, ist wohl selbstverständlich.




2. Kapitel.
Der falsche Missionar.

So lernte ich denn besser wie jeder andere der Männer unseres Trupps den Gebirgsausläufer kennen. Ich war trotz meiner Jugend ein strammer Bursche, gewandt, verwegen und abenteuerlustig wie mein Vater. Mit meiner Büchsflinte, die eigentlich ein Damengewehr war, stellte ich den Bergschafen nach, hielt uns Schakale und Hyänen vom Halse, die uns oft von der Wüste her heimsuchten, und – – fühlte mich bei alledem natürlich überaus wohl.

Dann erschien eines Tages in unserem Langer ein englischer Missionar, der angeblich den umwohnenden Eingeborenen das Christentum predigen wollte, bat um Unterkunft und fand auch gastliche Aufnahme, obwohl mein Vater dem scheinheiligen, überhöflichen Briten keineswegs traute und dem leitenden Ingenieur dringend geraten hatte, den fremden Glaubensapostel auf unauffällige Art fortzuekeln.

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Der Gespensterlöwe. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 6. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_Gespensterl%C3%B6we.pdf/7&oldid=- (Version vom 31.7.2018)