Seite:Der Kampf in Dresden im Mai 1849.pdf/14

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

§. 1. Veranlassung des Kampfes.

Die republikanische Parthei in Deutschland, eng verbunden mit allen Gesinnungsgenossen in ganz Europa, hatte das Frühjahr 1849 zu einer neuen Schild-Erhebung ausersehen. Während in Paris die rothe Republik jeden Augenblick den blutigen Sieg davon tragen zu können schien, während Rom und Venedig den französischen und österreichischen Waffen noch unzugänglich waren, während die siegreichen Magyaren fast vor den Thoren Wiens standen und während ein deutsches Reichsheer an der Gränze Jütlands beschäftigt war, sollte die Frage wegen der von der Frankfurter National-Versammlung in hastiger Eile, und ohne Vereinbarung mit den Regierungen „endgültig“ beschlossenen Reichsverfassung und die Ablehnung der deutschen Kaiserkrone von Seiten Preußens, das Mittel zur Aufregung der unterwühlten Massen, den Vorwand zur Erhebung des: „souverainen“ Volks darbieten.

In Süd-Deutschland glaubte die genannte Parthei ihrer Sache gewiß zu sein, denn daß Würtemberg nicht auch dem Beispiele Badens und der Rheinpfalz folgte, war damals kaum zu erwarten. – Am Rhein und in Westphalen trat die Unzufriedenheit immer offener hervor, dort in der Abneigung gegen preußisches Beamten-Wesen, hier in kommunistischen Ideen neue Nahrung für deutsche Einheits-Schwärmereien findend. – In Posen

Empfohlene Zitierweise:
Friedrich von Waldersee: Der Kampf in Dresden im Mai 1849. E. S. Mittler und Sohn, Berlin 1849, Seite 1. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_Kampf_in_Dresden_im_Mai_1849.pdf/14&oldid=- (Version vom 31.7.2018)