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Frank führte ihn herum, durch Zimmer und Arbeitssäle, wo Männer die größten und die kleinsten Maschinen bedienten, er zeigte ihm die Familienwohnungen und die Speisesäle, eine Bibliothek, wo Richard erstaunt meinte, er hätte gar nicht geglaubt, daß es überhaupt so viele Bücher auf der Welt gäbe. Aber alles ohne Fenster.

„Nein, hier hielt ich’s keine zwei Tage aus, hier müßte ich trotz aller frischen Luft ersticken. Die Sonne will ich sehen, die Sterne, den grünen Wald.“

„Den sollen Sie auch sehen.“

Ein Fahrstuhl brachte sie eine Etage höher. Beim Passieren eines Felsenganges erschrak Richard fast vor dem donnernden Getöse, das neben ihm in der Wand erscholl.

„Das ist der unterirdische Wasserstrom, welcher all unsere Maschinerien, Elektrizitätswerke und Ventilatoren treibt, hier bildet er den Fall“, erklärte Frank und öffnete eine Thür.

Schaudernd blickte der Trapper in einen krachenden und zischenden Abgrund. War er auch an großartige Naturspiele gewohnt, so etwas Gräßliches hatte er noch nie gesehen.

Ein leichter Hebeldruck des Knaben genügte, und statt den Fall hinabzustürzen, floß der Strom friedlich einen anderen Lauf.

Er ging wieder in den Fahrstuhl, immer höher hinauf und mit einem freudigen Ah! stand Richard plötzlich unter Gottes freiem Himmel. Und wie herrlich war es hier oben! Ein Paradies. Das ganze ungeheuere Felsplateau war in einen Wald und Garten verwandelt worden und in der Mitte befand sich ein großer See. Es gab keine Bergspitze, von der aus

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Robert Kraft: Der Medizinmann. Germania-Verlag, Dresden (1896), Seite 16. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_Medizinmann.pdf/16&oldid=- (Version vom 31.7.2018)