Seite:Der Tempel Salomonis.pdf/23

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

damit die Leute nicht etwa auf den Gedanken kamen, wieder umzukehren.

Auf diese unblutige Art hatten die Gefährten sich nicht nur weitere fünfzehn Dromedare, sondern auch Sättel, Lebensmittel und manches andere verschafft, was für sie von höchstem Nutzen war. Nach kurzer Beratung, an der auch Paul Loring und der Somali noch teilgenommen hatten, war beschlossen worden, gegen Morgen die Oase zu verlassen und wieder in großem Bogen nach Norden sich zu wenden, um die Schätze des Wahhabiten aus dem so sorgsam ausgewählten Versteck abzuholen.

Erst kurz vor dem Aufbruch teilte dann Doktor Pinkemüller den zunächst recht ungläubig lauschenden Gefährten mit, daß er unter dem Boden des Hauptraumes des verschütteten Tempels ein Gemach gefunden habe, in dem eine ganze Menge wertvoller goldener Tempelgeräte aufgestapelt lägen.

Die meisten der zehn Abenteurer wider Willen nahmen diese Kunde recht gleichgültig auf. Ihnen lag weit mehr daran, endlich wieder in kultivierte Gegenden zurückzukehren, als an dem Besitz weiterer Goldmengen. Nur der rote Knirps konnte seinen wahren Charakter auch jetzt nicht verleugnen und führte beinahe einen Freudentanz auf, was ihm nur ein allgemeines Kopfschütteln und von seiten des stolzen Somali ein halb verächtliches Lächeln eintrug.

Die Dromedare, die nicht als Reittiere dienen sollten, wurden mit den goldenen Geräten, Wasserschläuchen und Proviantflaschen beladen, worauf der Zug sich in Bewegung setzte. Den Führer machte Ali Mompo, der, mit den natürlichen Instinkten des Halbwilden begabt, die Gefährten in wenigen Tagen auch wirklich nach dem Versteck der Schätze Kir Balis brachte, wobei er stets darauf bedacht war, jedes Wadi zu benutzen, in dem der steinige Boden wenig Spuren annahm, ebenso wie der Somali auch sonst allerlei Listen anwandte, um die Iringi, mit deren Verfolgung man rechnen mußte, irrezuleiten.

Auf dem Rückwege nach Süden hin war es jedoch unbedingt nötig, nochmals den versteinerten Wald und

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Der Tempel Salomonis. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 22. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_Tempel_Salomonis.pdf/23&oldid=- (Version vom 31.7.2018)