Seite:Der versteinerte Wald.pdf/14

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Ibrahim ben Garb und sein englischer Freund Shlook.

Das Beste aber: sechs Reitdromedare und vier Lastkamele weideten etwa fünfzig Meter abseits die dürren Gräser ab. Bei ihnen befand sich nur ein einzelner Wächter, den der kleine, sehnige Doktor schnell und lautlos unschädlich machte und mit Hilfe Pauls knebelte und fesselte. – – –

Sehen wir uns jetzt nach den übrigen acht Verfolgten um. – Bevor wir dies tun, sollen unsere Leser aber noch kurz über das Wesen eines versteinerten Waldes unterrichtet werden.

So sehr auch die Felsen der Wüste durch die vorhin geschilderte Insolation in ihrer äußeren Form verändert werden, so wenig wieder vermag die Verwitterung durch Temperaturschwankungen den verkieselten Hölzern anzuhaben. Diese entstehen durch Eindringen von Kieselsäure in das von Luft abgeschlossene Holz, wodurch allmählich eine völlige Verwandlung der ursprünglichen Masse in harten Stein erzielt wird. Tiefgreifende Veränderungen der Oberschichten der Erde können dann diese verkieselten Baumstämme wieder an das Tageslicht fördern. Solche versteinerten Bäume, besonders Nadelhölzer, findet man überall auf der Erde, auch in der Wüste, so zum Beispiel in der Nähe von Kairo, wo versteinerte Stammstücke von 25-27 Meter Länge das Staunen der Reisenden hervorrufen, zumal diesen verwandelten Hölzern ihre einstige Beschaffenheit als stolzer Nadelbaum noch deutlich anzusehen ist.

Ali Mompo, der Somali, und Paul Loring hatten nun das seltene Glück gehabt, auf ihrem Ritt nach Wasser einen ganzen versteinerten Wald zu entdecken.

Und diesem Walde aus verkieselten Hölzern, der durch das Verschwinden der ihn einst begraben habenden Sandmassen wieder aufgetaucht war, strebten die acht Reiter weiter unter Ali Mompos Führung zu.

Etwa zu derselben Zeit, als die beiden Zurückgebliebenen ihre letzten Vorbereitungen für ihre List trafen, langten die anderen nach scharfem Ritt bei dem versteinerten Walde an.

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Der versteinerte Wald. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 13. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_versteinerte_Wald.pdf/14&oldid=- (Version vom 31.7.2018)