Seite:Der versteinerte Wald.pdf/15

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Da der Mond das seltsame Bild dieses Haines von runden, teilweise zehn Meter hohen Steinsäulen noch genügend beleuchtete, waren die vielfachen Ausrufe der Überraschung vollkommen gerechtfertigt.

Aus dem Wüstensande wuchsen hier einige hundert Stämme hervor, die eine Fläche von etwa zweihundert Meter Breite und doppelter Länge bedeckten, während in der Mitte in einem freien Raume die Natur eine bescheidene Oase hervorgezaubert hatte, dazu, wie schon vorher erwähnt, eine Quelle klaren, kühlen Wassers.

Es war nicht ganz leicht, bis an die Oase vorzudringen, da der versteinerte Wald sie wie ein Palisadenzaun umschloß. Hauptsächlich an der Außenseite dieses merkwürdigen Haines waren zahlreiche Stämme umgestürzt und bildeten förmliche Verhaue von riesigen Abmessungen. An anderen Stellen wieder standen diese Überreste eines stolzen Koniferenhains so dicht, daß sie einem Menschen das Durchschlüpfen unmöglich machten.

Ali Mompo jedoch fand mit seinem feinausgebildeten Ortssinn sofort die Stelle, wo er und Paul Loring vorhin bis an den Quell gelangt waren. Dieser bildete einen kleinen Teich, um den herum in der feuchten Erde sich die verschiedensten Wüstenpflanzen angesiedelt hatten, sogar ein Dutzend Dattelpalmen, ferner die höchst seltsamen Welwitsch-Gewächse, die ihren eigenen Blumentopf sozusagen sich schaffen, dazu sehr lange, am Boden hinkriechende, schwertartige Blätter haben und außer Blütenzweigen noch einen hochragenden Kern besitzen, der wie ein Ballen Moos aussieht.

Die Reiter stiegen ab. Sofort drangen die Dromedare nach dem Teiche hin, schlürften gierig das Wasser und wurden dann an einer grasigen Stelle zum Weiden an einige der Dattelpalmen gebunden.

Auch die Männer hatten sich an dem kühlen Naß gelabt, standen nun im Kreise zusammen, kauten Dörrfleisch und kalten, gequollenen Reis dazu und berieten, was weiter geschehen solle.

Wie immer war auch jetzt der rote Knirps mit dem Mundwerk vorweg, bis sein College Kurz (beide waren

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Der versteinerte Wald. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 14. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_versteinerte_Wald.pdf/15&oldid=- (Version vom 31.7.2018)